Wenn Sie zu mir gefunden haben,

dann will wahrscheinlich irgendetwas 
nicht so recht gelingen, 
findet keinen Weg, keine Lösung, 
fährt sich fest. 
Vielleicht entstehen kaum aushaltbare Nöte und ein Gefühl, dass es so nicht
weitergehen kann, macht sich breit und verlangt Beachtung.


Das in der Geschichte der Psychologie noch vergleichsweise junge Wissen rund um Traumata und die damit im Zusammenhang stehenden hirn- und neurophysiologischen Erkenntnisse sind der Schlüssel zur Besserung oder vielleicht vollständigen Genesung von den meisten Beschwerden, wegen derer Menschen zu mir in die Praxis kommen. Zunehmend wird deutlich, wie prägend insbesondere die ersten Lebensjahre in Hinblick auf unser Erleben, auf die Sicht auf unsere Mitmenschen und auf die Welt sind. 

Was hat meine Kindheit mit meinem heutigen Erleben zu tun?

Ich kann mich kaum an meine Kindheit erinnern!

Ich habe schon so viel an mir gearbeitet und es wird nicht besser!

Ich hatte eine tolle Kindheit und dennoch fällt mir vieles schwer!

Das Erbe einer kriegstraumatisierten Generation

Insbesondere während der Zeit des deutschen Nationalsozialismus war die Erziehung von Distanz und Misstrauen dem Kind gegenüber geprägt. Extrem häufig wurden Kinder in ihren Bedürfnissen nicht wahrgenommen, ihr Verhalten wurde als schikanierend und fordernd interpretiert. So wurde Kindern schon im Säuglingsalter unterstellt, durch Schreien die Eltern manipulieren zu wollen, ungeachtet der Tatsache, dass Babys hirnphysiologisch hierzu gar nicht in der Lage sind.  Auch die Idee, dass Kinder mit Trotz und Wut die Eltern hätten hilflos machen wollen, um Macht auszuüben, ist ein weiteres Beispiel für eine solche Fehlinterpretation.

Viele Überzeugungen über das Wesen von Kindern aus dieser Zeit und der daraus resultierenden Erziehung haben auch unsere heutigen Generationen geprägt. Als besonders schwierig stellt es sich dar, wenn ein Kind den Extremen zwischen Bewunderung, Vernachlässigung, Ignoranz, Bestrafung und Vergötterung ausgesetzt ist. Kinder können so kein kohärentes Bild von sich selbst entwickeln und keine konstante Unterscheidung zwischen Ich und dem anderen. 

Die Vermutung, Kinder strebten danach, den Eltern "auf der Nase herumtanzen zu wollen", veranlasste viele Eltern dazu, auszugrenzen, zu bestrafen und Liebe zu entziehen. 

Viele von uns ließ man als Säuglinge schreien. Die Sorge, Kinder durch Fürsorge zu verwöhnen, war groß.

Folgende Botschaften können wir beispielsweise verinnerlicht haben und sind vielleicht zu Überzeugungen über uns selbst geworden, wenn man uns in früher Kindheit schreien ließ oder wenn unsere Bedürfnisse ignoriert wurden: 


  • Du bist es nicht wert, gehört zu werden. 
  • Egal, was Du tust, es gibt für Dich keine Hilfe, kein Entkommen. 
  • Wenn du nicht funktionierst, dann wirst Du allein gelassen oder bestraft. 

Unser Ich ist aus Beziehungserfahrungen gewoben 


Wenn wir während unserer Kindheit oft erlebt haben, oder es sogar die Regel war, dass wir uns nicht gesehen gefühlt haben, unsere Bedürfnisse nicht ernst genommen und unsere Grenzen überschritten wurden, dann entwickeln wir Strategien, um dem Schmerz und der Trauer ausweichen zu können oder unsere Gefühle tief in uns zu vergraben. Häufig konnten oder durften wir wichtige Entwicklungsschritte, wie beispielsweise das Ausbilden einer eigenen Identität oder das uns Lösen von unseren Bezugspersonen, nicht vollständig absolvieren.

Diese unvollständigen Anteile arbeiten in uns weiter und drängen dazu, uns mit uns selbst zu beschäftigen oder sie verhindern liebevolle und stabile Bindungen. Menschen, die in ihrer Herkunftsfamilie traumatische, grenzverletzende Erfahrungen oder  Ausgrenzungserfahrungen machen mussten, tragen zusätzlich zu den Traumafolgestörungen schmerzhafte Beziehungswunden in sich.

 Wir verlieren die uns angeborene Verbundenheit mit uns selbst und unseren Mitmenschen, schämen uns unserer Gefühle wie Wut, Angst und Scham und können uns nicht gut schützen, manchmal nicht einmal vor uns selbst. Wir kompensieren über Leistung oder darüber, anderen zu gefallen, haben unsere Antennen ständig im Außen, um vermeintlich Kontrolle über die Vorgänge zu haben, um uns vor Abwertung, Verurteilung oder sogar vor dem Gefühl von permanenter Bedrohung oder Vernichtung schützen zu können. Wir haben nicht wirklich gelernt, bei uns zu sein. 

Wir wiederholen so lange alte Muster, bis wir diese zu reflektieren lernen und sie beispielsweise im therapeutischen Prozess langsam von uns ablösen können. Neue Beziehungserfahrungen können gemacht werden und neue Beziehungsmuster werden etabliert.

Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“

George Santayana, spanischer Philosoph und Schriftsteller


Gesunde Bindungs- und Beziehungserfahrungen

Aus Fremdliebe wird Selbstliebe

Wenn unsere Bedürfnisse schon während der Schwangerschaft, als Säugling und Kleinkind sorgsam und feinfühlig beantwortet werden, dann fühlen wir uns geborgen, angenommen und sicher.  Wir wachsen mit einem Gefühl des Getragen- und Verbundenseins heran.


Während unserer weiteren Entwicklung benötigen wir einfühlsame Begleitung bei der Bewältigung des Alltags. Wir brauchen ein Vokabular für die vielfältigen Gefühle, die wir erleben, um zu lernen, uns emotional auszudrücken. Somit haben wir später die Möglichkeit, uns unseren Mitmenschen mitzuteilen, in Verbindung zu treten und auch, uns im Bedarfsfall abzugrenzen. 

 







Die Liebe unserer Bezugsperson/en (Fremdliebe) wird integriert und wird zur Selbstliebe. Wir tragen dann das Bild der „Guten Mutter“, oder einer anderen Bezugsperson, in uns. Wir brauchen in der Jugendzeit Eltern, die den Prozess der Loslösung unterstützen und uns helfen, bildlich gesprochen den sicheren Bürgersteig zu verlassen und uns gestützt in den fließenden Verkehr einzufädeln. Im günstigsten Fall sind wir gewappnet und können mit Pannen, Umwegen, Sackgassen und Unfällen umgehen, ohne unsere psychische Stabilität zu verlieren. Die liebevolle, zumeist elterliche Liebe tragen wir weiterhin als Abbild in uns und können uns nun selbst mit Fürsorge, Annahme und unterstützend durch das Leben bewegen. Nur sichere und integere Menschen haben einen Platz an unserer Seite. 

Aus Co-Regulation wird Selbstregulation

Wenn wir uns als Kind schwach und verletzlich fühlen, Scham empfinden oder von unserer Wut überwältigt werden, dann braucht es Annahme, Zuspruch und Beruhigung. Unsere Neugier braucht immer neue Angebote und unsere Freude ein Leuchten in den Augen des Gegenübers. Es ist die Aufgabe unserer Bezugspersonen, uns feinfühlig zu spiegeln, damit wir einen Bezug zu unserem inneren Erleben bekommen. Unsere Gefühle benötigen zunächst einer Regulation durch den Erwachsenen, bis wir somit in die Lage versetzt werden, uns unserer bewusst zu werden und uns selbst zu regulieren. Die Fähigkeit zur Selbstregulation, sich also selbst in emotionaler Erregung auszuhalten und zu halten, steht in unmittelbarem Zusammenhang zu unserer Resilienz. Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit und beschreibt in Bezug auf den Menschen die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen wie z.B. einschneidende Erlebnisse, Trauerfälle, Krisen oder sogar Katastrophen ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen. 

 

Ein Trauma ist nicht das, was uns passiert, sondern das, was wir in uns festhalten, wenn wir keinen einfühlsamen Zeugen haben 


Peter Levine 

Der Weg mit Ihnen kann unter anderem darin bestehen, dass wir gemeinsam anschauen, welche Bindungs- und Beziehungserfahrungen Sie gemacht haben und wie sich diese in Ihren jetzigen Beziehungen widerspiegeln. Unsere Beziehungsmuster sind tief in unserem Limbischen System im Gehirn verankert. Es ist höchst heilsam, neue Beziehungserfahrungen zu machen und Verständnis dafür zu entwickeln, wer wir sind und wie wir die wurden, die wir sind. Erst durch das Verstehen wird Veränderung möglich.

Das Wissen um Bindungs- und Entwicklungstrauma und die hiermit im Zusammenhang stehenden hirnphysiologischen und neurobiologischen Erkenntnisse wurden für mich der Durchbuch zu einem komplett neuen Verständnis dafür, wie  sich Traumata auf unser gesamtes Erleben auswirken. Hier spielen nicht nur selbst erlebte Traumatisierungen eine Rolle, sondern auch die Traumata der Eltern, die so genannten generationsübergreifenden Traumata.

Trauma ist im Körper gespeichert und führt zu komplexen Symptomen oder Störungen. Daher ist es für den therapeutischen Prozess immens wichtig, hier durch körpertherapeutische Interventionen Entlastung zu schaffen und den Körper als Verbündeten wieder in seinem Ausdruck wahrzunehmen und die vielfältigen Signale, die er uns anbietet wieder lesen und spüren zu lernen.

Das Wissen um die Folgen traumatischer Erlebnisse ist wesentlicher Bestandteil meines ganzheitlichen therapeutischen Ansatzes. 

 

Traumatisierte Menschen fühlen sich chronisch gestresst. 


Die Vergangenheit lebt in Form von nagendem inneren Unbehagen. Ihre Körper (die der traumatisierten Menschen Anm. H. Meimeth-Löwe) werden ständig von viszeralen Warnzeichen bombardiert, und bei dem Versuch, diese Prozesse zu kontrollieren, werden sie oft zu Experten darin, ihr Bauchgefühl zu ignorieren und das Bewusstsein dafür, was sich in ihrem Inneren abspielt, zu betäuben. Sie lernen, sich vor sich selbst zu verstecken.“ 


Bessel A. van der Kolk, The Body Keeps the Score: Brain, Mind, and Body in the Healing of Trauma

Wenn Sie es wünschen, werde ich zur Zeugin Ihrer Geschichte. 

Ich bin mir auch aus eigener Erfahrung bewusst, dass eine therapeutische Begleitung schmerzhaft sein kann, dass Gefühle in uns laut werden, nicht zu genügen oder nicht würdig zu sein, geliebt zu werden und Schlimmeres.
 

Jedes Symptom und sogar jedes Problem ist bereits ein Lösungsversuch von Psyche, Geist, Körper und Seele, die momentane Lage zu bewältigen. Das was wir fühlen, oder wo wir gefühlstaub sind, das was wir erleben oder nicht umsetzen können, kann gar nicht anders sein, als so, wie es jetzt gerade ist. Es ist die logische Konsequenz aus dem, was uns in unserem Leben widerfahren ist. Es hat also ausschließlich gute Gründe, dass es Ihnen geht, wie es Ihnen geht.
 

Wir können wachsen an dem Prozess auf dem Weg zu uns selbst, nicht mehr alleine sein mit dem, was wir schamhaft verstecken oder was uns bis ins Mark erschüttert hat. Wir können wachsen an unserer Geschichte und neue Wege gehen in Verbundenheit mit uns selbst und mit anderen.
 

Mit diesem Ansatz begleite ich seit nunmehr 20 Jahren Menschen in eigener Praxis im schönen Ortsteil Wüste der Stadt Osnabrück.  

Heidi Meimeth-Löwe
Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG)

Prenzlerweg 18
49080 Osnabrück
Tel. 0176 - 60876847

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8.15 - 8.30 Uhr und 
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